Für Therapeut:innen
Was Sie im Vorstellungsgespräch fragen sollten - und wann
Die Fragen, deren Antwort später den Unterschied macht - und die man nach der Unterschrift nicht mehr stellen kann.
Im Vorstellungsgespräch gibt es einen Moment, in dem gefragt wird, ob Sie noch Fragen haben. Dieser Moment ist der wertvollste des Termins - und wird meistens mit „nein, ich glaube, das war alles“ verschenkt.
Hier sind acht, die sich lohnen. Sie sind so formuliert, dass die Antwort überprüfbar ist.
1. „Wie viele Behandlungen stehen an einem normalen Tag im Plan?“
Nicht „wie ist die Taktung“ - das ist die Theorie. Die Zahl im Plan ist die Praxis. Wenn die Antwort deutlich über dem liegt, was in der Taktung rechnerisch möglich ist, arbeiten Sie später gegen die Uhr.
2. „Wann wird dokumentiert?“
In der Behandlungszeit, in einem eigenen Block, oder nach Feierabend? Die dritte Antwort bedeutet unbezahlte Arbeit, und sie bedeutet sie jeden Tag.
3. „Wie lange war die Person hier, deren Stelle ich übernehme?“
Die Antwort sagt mehr über die Praxis als jede Selbstbeschreibung. Wenn niemand gegangen ist, sondern das Team wächst: auch eine Antwort, und eine gute.
4. „Wie ist die Verteilung der Diagnosen?“
Wie viel Orthopädie, Neurologie, nach Operationen, chronisch? Eine Praxis, die das aus dem Stand beantworten kann, kennt ihre Patienten. Eine, die ausweicht, meist nicht.
5. „Was ist die Regel, wenn ich bei einem Befund nicht weiterkomme?“
Gibt es Fallbesprechungen? Kann man zwischen zwei Terminen jemanden dazuholen? Oder steht jeder für sich? In den ersten Jahren ist das der Punkt, an dem Sie am schnellsten besser werden - oder eben nicht.
6. „Wie läuft die Fortbildung konkret?“
Betrag, Freistellung, Bindungsdauer, Staffelung, wer die Auswahl trifft. Fünf Teilfragen, und Sie sollten auf alle fünf eine Zahl oder eine klare Regel bekommen. Ausführlich: Fortbildung und Rückzahlungsklausel.
7. „Kann ich einen Tag hospitieren?“
Die wichtigste Frage des Gesprächs. Ein halber Tag zeigt Ihnen mehr als drei Gespräche: die Taktung im Betrieb, den Ton zwischen den Kolleginnen, ob Türen offenstehen, wie voll der Plan tatsächlich ist.
Wenn eine Praxis das ablehnt, ist das eine Information.
8. „Was würden Sie hier gerne ändern?“
Die Frage, bei der Sie die Reaktion beobachten, nicht nur die Antwort. „Eigentlich nichts“ heißt: nicht nachgedacht oder nicht ehrlich. Wer konkret wird, wird auch später konkret sein.
Zum Gehalt: früh, nicht am Ende
Fragen Sie danach im ersten Gespräch, und fragen Sie nach einer Zahl. Es ist Zeitverschwendung auf beiden Seiten, wenn zwei Termine stattfinden und sich dann herausstellt, dass die Vorstellungen 600 Euro auseinanderliegen.
Wer diese Frage aufschiebt, verhandelt später mit jemandem, der schon Zeit investiert hat. Das ist selten ein Zufall.
Und was Sie nicht fragen sollten
Nichts, dessen Antwort auf der Website steht. Wenn Sie nach den Behandlungsschwerpunkten fragen, die in der Navigation stehen, haben Sie sich nicht vorbereitet - und das merkt Ihr Gegenüber.
Lesen Sie vorher die Seite. Dann sind Ihre Fragen automatisch die, auf die es ankommt.
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