Zum Inhalt springen

Schwerpunkt Orthopädie

Rückenschmerzen - was wir in Weißensee damit machen

Der häufigste Grund für ein Physiotherapie-Rezept, und der mit den meisten Missverständnissen.

Was hilft bei Rückenschmerzen wirklich - Schonung oder Bewegung?

Bewegung. Bei den allermeisten Rückenschmerzen findet sich keine einzelne behandelbare Ursache, und in genau diesen Fällen verschlechtert Bettruhe den Verlauf, während dosierte Bewegung ihn verkürzt. Das gilt auch dann, wenn Bewegung zunächst unangenehm ist. Anders liegt es bei sogenannten Warnzeichen: Lähmungen, Taubheit im Reithosengebiet, Störungen von Blase oder Darm, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust oder Schmerz, der nachts zunimmt. Dann gehört die Abklärung zuerst zum Arzt.

Häufige Verordnungen
KG · MT · KMT · BGM · KG-Gerät

Die unangenehme Nachricht zuerst

Bei rund vier von fünf Menschen mit Rückenschmerzen findet sich kein einzelner Befund, der den Schmerz erklärt. Kein Bandscheibenvorfall, kein eingeklemmter Nerv, nichts, was man herausoperieren könnte. Fachlich heißt das „nicht spezifischer Rückenschmerz“.

Das klingt nach einer Nicht-Diagnose und wird oft als Abwimmeln erlebt. Es ist das Gegenteil: Es ist die Gruppe mit der besten Aussicht. Was hier hilft, ist gut untersucht - und es ist selten ein Gerät.

Was in dieser Praxis mit Ihrem Rücken passiert

Erster Termin. Wir sehen uns an, welche Bewegung fehlt und bei welcher der Schmerz auftritt. Wir fragen nach Verlauf, nach Nacht, nach Arbeit, nach dem, was Sie sich nicht mehr trauen. Wir prüfen die Warnzeichen ab.

Erste Wochen. Spannung senken, damit Bewegung wieder möglich wird - Manuelle Therapie an den Gelenken der Wirbelsäule, Massage bei ausgeprägter Verspannung. Parallel beginnt die Bewegung, auch wenn sie anfangs klein ausfällt.

Danach. Belastbarkeit aufbauen. Hier arbeiten wir mit Krankengymnastik, bei Bedarf am Gerät, und mit dem sensorgestützten Rückentraining - vor allem bei Menschen, die ihre eigene Rumpfhaltung schwer einschätzen können.

Zum Schluss. Sie brauchen uns weniger. Wer will, geht in die Rückenschule, wer sein Training mitnehmen will, bekommt das Valedo-Gerät als Leihgabe nach Hause.

Was das Röntgenbild nicht sagt

Verschleißzeichen an der Wirbelsäule finden sich bei einem großen Teil der Menschen über vierzig - auch bei denen ohne jede Beschwerde. Ein Befund im Bild ist deshalb nicht automatisch die Erklärung für Ihren Schmerz.

Das ist kein Argument gegen Bildgebung. Es ist ein Argument dagegen, ein Bild als Urteil zu lesen. Wir sehen regelmäßig Patienten, die sich nach einem Befundbericht weniger bewegen als vorher - und denen es deshalb schlechter geht.

Wann Sie nicht zu uns, sondern zum Arzt müssen

  • Lähmung oder zunehmende Schwäche in einem Bein
  • Taubheit im Bereich zwischen den Beinen oder am Gesäß
  • neu aufgetretene Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang
  • Fieber zusammen mit Rückenschmerz
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Schmerz, der nachts zunimmt und Sie aufweckt
  • Rückenschmerz nach einem Sturz, besonders bei bekannter Osteoporose

Diese Liste ist kurz und ernst gemeint. Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, rufen Sie Ihren Arzt an und nicht uns.

Und wenn es schon lange geht?

Chronischer Rückenschmerz - länger als zwölf Wochen - folgt anderen Regeln als frischer. Die Behandlung zielt dann weniger auf die schmerzende Struktur als auf Belastbarkeit, Vertrauen in die eigene Bewegung und den Umgang mit Rückfällen. Das dauert länger, es verläuft in Wellen, und es geht nicht ohne Ihre Mitarbeit.

Wir sagen das vorher, weil die Erwartung „sechs Einheiten, dann ist es weg“ bei chronischem Verlauf fast immer enttäuscht wird - und die Enttäuschung selbst ein Teil des Problems ist.