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Schwerpunkt Neurologie

Neurologische Physiotherapie in Weißensee

Nach Schlaganfall, bei Parkinson, MS und Polyneuropathie - ein Schwerpunkt der Praxis seit ihrer Gründung.

Was ist der Unterschied zwischen neurologischer und orthopädischer Physiotherapie?

Die orthopädische Physiotherapie arbeitet an Strukturen: Gelenk, Muskel, Sehne. Die neurologische arbeitet an der Steuerung - daran, wie das Nervensystem Bewegung plant und auslöst. Nach einem Schlaganfall ist der Muskel meist intakt; was fehlt, ist der Befehl. Deshalb wird anders geübt: mehr Wiederholungen, alltagsnahe Bewegungen statt isolierter Übungen, Anleitung über Berührung und Lagerung. Diese Behandlung wird als KG-ZNS verordnet und dauert 30 bis 45 Minuten statt 20.

Häufige Verordnungen
KG-ZNS · KG · MLD · Hausbesuch

Ein Schwerpunkt seit 1994

Neurologische Krankheitsbilder gehören seit Gründung der Praxis zu ihren Schwerpunkten - neben Orthopädie, Traumatologie und internistischen Bildern. Das ist nicht selbstverständlich: Die neurologische Behandlung ist zeitaufwendiger, die Verläufe sind länger, und die Fortschritte sind kleinteiliger als in der Orthopädie.

Sie ist auch der Bereich, in dem eine feste Zuordnung zwischen Patient und Therapeutin am meisten zählt. Wer eine Bewegung über Monate begleitet, sieht Veränderungen, die in einem einzelnen Termin niemandem auffallen.

Nach einem Schlaganfall

Die entscheidende Erkenntnis der letzten Jahrzehnte ist die Fähigkeit des Gehirns, Aufgaben umzuverteilen. Bahnen, die ausgefallen sind, werden nicht repariert - aber andere Bahnen können die Aufgabe übernehmen, wenn sie oft genug gefordert werden.

Daraus folgen drei Dinge für die Behandlung:

  • Wiederholung. Nicht zehn Wiederholungen, sondern Hunderte. Deshalb sind die Übungen für zu Hause hier nicht Beiwerk, sondern der Hauptteil.
  • Alltagsnähe. Geübt wird, was gebraucht wird: aufstehen, greifen, eine Tasse halten, eine Treppe nehmen. Nicht eine Übung, die einer Bewegung ähnelt.
  • Die betroffene Seite einbeziehen. Der schnellere Weg ist immer, alles mit der gesunden Seite zu machen. Er ist auf Dauer der schlechtere.

Bei Parkinson

Hier geht es vor allem um Schrittlänge, Umdrehen, Starten aus dem Stand und um den Umgang mit dem Einfrieren der Bewegung. Gut untersucht ist, dass äußere Taktgeber helfen: ein Rhythmus, ein Zählen, eine Markierung auf dem Boden. Das Nervensystem umgeht damit den Teil der Steuerung, der nicht mehr zuverlässig arbeitet.

Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Ein tägliches kurzes Programm bringt mehr als eine lange Einheit in der Woche.

Bei Multipler Sklerose

Die Behandlung richtet sich nach dem Verlauf und nach dem, was gerade im Vordergrund steht - Spastik, Gangunsicherheit, Kraftverlust, Fatigue. Wichtig ist die Dosierung: Belastung, die über die Erschöpfungsgrenze geht, kostet Tage. Wir arbeiten deshalb mit klaren Pausen und messen den Erfolg nicht am Schweiß.

Bei Polyneuropathie

Taubheit und Missempfindungen an Füßen und Händen verändern das Gleichgewicht, weil die Rückmeldung von unten fehlt. Der Schwerpunkt liegt auf Gleichgewicht, Gangsicherheit und Sturzvermeidung. Begleitend setzen wir je nach Befund Hochtontherapie ein.

Hausbesuche und der Punkt, an dem sie enden sollten

Viele neurologische Patienten beginnen mit Hausbesuchen - in Weißensee und den angrenzenden Straßen, wenn der Arzt sie verordnet.

Und dann kommt ein Punkt, an dem der Weg in die Praxis wieder möglich wäre. Diesen Punkt anzusprechen, gehört zu unserer Arbeit, auch wenn er unbequem ist: In der Praxis stehen Trainingsfläche, Geräte und Treppen, die sich in keiner Wohnung nachbilden lassen - und der Weg hierher ist selbst ein Training.