Schwerpunkt Orthopädie
Arthrose - Bewegung statt Schonung
Der Knorpel wächst nicht nach. Die Beschwerden lassen sich trotzdem verändern - über Belastbarkeit.
Hilft Bewegung bei Arthrose, oder schadet sie dem Knorpel?
Sie hilft. Knorpel hat keine eigene Blutversorgung und wird über Bewegung ernährt: Druck und Entlastung im Wechsel pumpen Gelenkflüssigkeit in das Gewebe und wieder heraus. Ein Gelenk, das geschont wird, verliert diese Versorgung. Entscheidend ist die Dosis - regelmäßige, moderate Belastung ohne Stoß und ohne Spitzen. Das gilt auch bei fortgeschrittener Arthrose, und es gilt unabhängig davon, wie das Röntgenbild aussieht: Bildbefund und Beschwerdeausmaß gehen bei Arthrose häufig auseinander.
- Häufige Verordnungen
- KG · MT · KG-Gerät · KMT
Was Arthrose ist und was sie nicht ist
Arthrose ist der Verschleiß des Gelenkknorpels und der angrenzenden Strukturen. Der Knorpel wird dünner, die Gelenkflächen passen schlechter zusammen, der Knochen reagiert mit Umbau.
Was Arthrose nicht ist: ein Zustand, der sich zwangsläufig verschlechtert, und ein Zustand, dessen Ausmaß im Bild das Ausmaß der Beschwerden vorhersagt. Beides ist gut untersucht, und beides geht regelmäßig auseinander. Es gibt Menschen mit deutlichem Röntgenbefund und wenig Beschwerden - und umgekehrt.
Warum Schonung der falsche Reflex ist
Knorpel hat keine eigenen Blutgefäße. Er wird über die Gelenkflüssigkeit versorgt, und diese Versorgung funktioniert nur über Bewegung: Belastung presst Flüssigkeit heraus, Entlastung saugt sie samt Nährstoffen wieder ein.
Ein Gelenk, das nicht bewegt wird, verliert diese Pumpe. Dazu verliert die Muskulatur an Kraft, die das Gelenk führt und Stöße abfängt - und damit wird jeder Schritt für das Gelenk härter.
Das ist die Spirale, die wir in der Praxis am häufigsten unterbrechen müssen: weniger Bewegung wegen Schmerz, dadurch weniger Kraft, dadurch mehr Schmerz.
Was wir konkret tun
- Beweglichkeit erhalten. Manuelle Therapie am Gelenk, damit das Gleiten erhalten bleibt.
- Kraft aufbauen. Das Wirksamste, was es bei Arthrose gibt. Muskulatur, die das Gelenk führt, nimmt ihm Last ab. Krankengymnastik, bei Bedarf am Gerät.
- Reizzustände dämpfen, wenn das Gelenk gerade heiß läuft - über Lasertherapie oder Hochtontherapie, damit das Training weitergehen kann.
- Alltag anpassen. Welche Bewegungen taugen, welche Strecke, welcher Untergrund, welcher Schuh. Das ist unspektakulär und wirkt.
Wo unsere Grenze liegt
Wir stellen keinen Knorpel wieder her. Niemand tut das - weder mit Spritzen noch mit Nahrungsergänzung noch mit einem Gerät. Wer Ihnen Knorpelaufbau verspricht, verspricht etwas, das er nicht halten kann.
Was sich verändern lässt: wie belastbar das Gelenk ist, wie viel Kraft es führt, wie stark der Schmerz im Alltag einschränkt. Das ist weniger, als sich viele erhoffen, und mehr, als die meisten erwarten.
Wenn das Gelenk ersetzt werden soll
Kommt der Zeitpunkt für ein künstliches Gelenk, ist die Vorbereitung entscheidend: Wer mit kräftiger Muskulatur in die Operation geht, steht danach schneller wieder. Das gilt für Knie und Hüfte gleichermaßen.
Sprechen Sie uns an, sobald der OP-Termin steht - nicht erst danach. Die Wochen davor sind die am leichtesten zu nutzende Zeit im ganzen Verlauf.
Womit wir das behandeln
Krankengymnastik
Die Grundleistung der Praxis: aktive Bewegungstherapie gegen Schmerz, Bewegungseinschränkung und Kraftverlust.
Mehr dazuManuelle Therapie
Gezielte Arbeit an einzelnen Gelenken und dem Gewebe drumherum, mit den Händen, nach spezieller Zusatzqualifikation.
Mehr dazuLasertherapie
Gebündeltes Licht auf ein eng begrenztes Gebiet - schmerzfrei, ohne Wärmegefühl, wenige Minuten je Punkt.
Mehr dazuHochtontherapie
Elektrische Wechselfelder im Hochtonbereich, tief im Gewebe wirksam, ohne Nadel und ohne Medikament.
Mehr dazuVibrationstraining
Eine schwingende Platte löst unwillkürliche Muskelanspannung aus - kurze Einheiten, hohe Reizdichte.
Mehr dazu