Schwerpunkt Orthopädie
Bandscheibenvorfall - Physiotherapie in Weißensee
Die Diagnose klingt endgültig. Der Verlauf ist es in den meisten Fällen nicht.
Muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden?
In den meisten Fällen nicht. Der überwiegende Teil der Bandscheibenvorfälle bessert sich unter konservativer Behandlung innerhalb von sechs bis zwölf Wochen, und das vorgefallene Gewebe wird vom Körper über Monate teilweise abgebaut. Eine sofortige Operation ist erforderlich bei zunehmender Lähmung, bei Taubheit im Reithosengebiet und bei Störungen von Blase oder Darm - dann sofort in die Notaufnahme. Alles andere wird zunächst konservativ behandelt, und erst wenn sich nach mehreren Wochen nichts bewegt, wird die Operation erneut abgewogen.
- Häufige Verordnungen
- KG · MT · KG-Gerät · MLD
Was tatsächlich passiert ist
Zwischen den Wirbeln liegt ein Faserring mit einem weichen Kern. Reißt der Ring ein und tritt Kernmaterial aus, spricht man von einem Vorfall. Weh tut dabei nicht das Austreten selbst, sondern der Druck und die Reizung, die das Material auf die benachbarte Nervenwurzel ausübt.
Deshalb ist das Leitsymptom oft nicht der Rücken, sondern das Bein: ein Ziehen, das unter dem Gesäß hindurch in die Wade oder den Fuß läuft, häufig verbunden mit Kribbeln oder Taubheit in einem klar umgrenzten Streifen.
Warum die meisten Vorfälle von selbst besser werden
Das ausgetretene Gewebe wird vom Körper als Fremdmaterial erkannt und über Wochen bis Monate schrittweise abgebaut. Parallel lässt die Reizung der Nervenwurzel nach. Das ist der Grund, warum konservative Behandlung bei den meisten Menschen funktioniert - nicht, weil die Bandscheibe „zurückgeschoben“ wird.
Diesen Satz hört man gelegentlich, und er ist falsch. Keine Behandlung schiebt eine Bandscheibe zurück. Was Behandlung tut: die Zeit überbrücken, die Nervenwurzel entlasten, verhindern, dass sich in dieser Zeit Kraft und Beweglichkeit verabschieden.
Die drei Phasen
Akut, erste Tage bis zwei Wochen. Ziel ist Entlastung. Positionen finden, in denen das Bein ruhig bleibt. Wenig, aber regelmäßig bewegen. Keine Bettruhe - sie verlängert den Verlauf. Schmerzmedikation nach ärztlicher Verordnung ist in dieser Phase kein Zeichen von Schwäche, sondern die Voraussetzung dafür, überhaupt bewegen zu können.
Erholung, zwei bis sechs Wochen. Beweglichkeit zurückholen, Richtungen austesten, in denen das Bein ruhig bleibt und die der Wirbelsäule trotzdem etwas abverlangen. Hier beginnt die eigentliche Krankengymnastik.
Aufbau, ab etwa sechs Wochen. Belastbarkeit. Rumpf, Hüfte, Beine. Hier arbeiten wir auch mit dem sensorgestützten Rückentraining, weil die Rückmeldung in Echtzeit gerade dann hilft, wenn jemand nach Wochen Schmerz jeder eigenen Bewegung misstraut.
Sofort in die Notaufnahme
- zunehmende Schwäche im Bein, etwa wenn der Fuß beim Gehen hängen bleibt
- Taubheit im Bereich zwischen den Beinen, am Gesäß oder an der Innenseite der Oberschenkel
- neu aufgetretene Störung beim Wasserlassen oder Stuhlgang
Das sind Zeichen einer ernsten Nervenkompression. Sie sind selten - und sie dulden keinen Termin in der nächsten Woche.
Was uns in der Praxis am häufigsten begegnet
Menschen, bei denen der akute Schmerz längst vorbei ist und die trotzdem seit einem halben Jahr nichts heben, nicht mehr im Garten arbeiten und beim Bücken zusammenzucken. Nicht, weil der Rücken es nicht könnte, sondern weil die Erinnerung an die Wochen im Bett bleibt.
Aus diesem Zustand kommt man nur über dosierte, geplante Belastung heraus - langsam, beobachtet, in kleinen Schritten. Das ist die eigentliche Arbeit nach einem Bandscheibenvorfall, und sie kommt nach der Phase, in der sich alle um das MRT kümmern.
Womit wir das behandeln
Krankengymnastik
Die Grundleistung der Praxis: aktive Bewegungstherapie gegen Schmerz, Bewegungseinschränkung und Kraftverlust.
Mehr dazuManuelle Therapie
Gezielte Arbeit an einzelnen Gelenken und dem Gewebe drumherum, mit den Händen, nach spezieller Zusatzqualifikation.
Mehr dazuSensorgestütztes Rückentraining
Zwei Bewegungssensoren, ein Bildschirm, Rückmeldung in Echtzeit - und ein Leihgerät, mit dem das Training zu Hause weiterläuft.
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